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"... Gottes Gnadengeschenk aber ist ewiges Leben
in Christus Jesus, unserem Herrn!"
(Römer 6,23)
Wie wunderbar ist es, Jesus Christus zu kennen! Seine Liebe, Seine Gnade,
Seine Vergebung! ER hat versprochen, "all unsere Sünden in die
Tiefe des Meeres zu werfen" (Micha 7,19) und unsere Schuld von uns
zu entfernen "so weit der Osten vom Westen entfernt ist" (Psalm
103,12).
Dies ist die Gute Nachricht! ("Evangelium" heißt wörtlich
"Gute Nachricht"!) Und es ist das Vorrecht der wahren Kirche
unseres Gottes, diese Gute Nachricht zu verkündigen: "Freiheit
für die Gebundenen!" (Lukas 4,18)
Sie fragen sich sicher, warum wir dieses Heft mit einem solchen Lobpreis
unseres Erlösers beginnen. Wenn wir die römisch katholische
Lehre über Buße, Beichte, Todsünden, Ablass, Fegefeuer
usw. mit den Aussagen der Heiligen Schrift vergleichen - welch eine Erleichterung
bringt uns da das Lesen der Bibel! Welch eine Freude! Wie klar wird alles,
wenn wir den schlichten Glanz der Gnade Gottes sehen! Gibt es etwas Schöneres,
als die Liebe und Geduld Gottes mit uns Menschen?
Es soll in diesem Artikel um die Frage gehen: Wie kann ein Mensch von
den Folgen seiner sündigen Natur und seiner bösen Taten errettet
werden, und wie kann er die Gewissheit bekommen, vor Gott gerecht gemacht
zu sein?
Um die Erlösung verstehen zu können, müssen wir zunächst
wissen, wovon jemand erlöst werden muss. In Matthäus 1,21 sagt
der Engel des HERRN in einem Traum zu Joseph in Bezug auf seine Verlobte:
"Sie wird einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus
geben, denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen."
Auch in der römisch katholischen Theologie ist die Sünde das
Hauptübel, von dem der Mensch erlöst werden muss. Aber wenn
ein Katholik von Sünde spricht, denkt er an zwei unterschiedliche
Arten von Sünde, an "Todsünden" und an "lässliche
Sünden".
Unter "Todsünde" versteht man jeden "Verstoß
gegen Gottes ewiges Gesetz, der den Verlust der heilig machenden Gnade
und ewige Verdammnis nach sich zieht." "Lässliche Sünden"
andererseits sind kleine und entschuldbare Verstöße gegen Gott
und unseren Nächsten. Im Gegensatz zu Todsünden können
lässliche Sünden eine Seele nicht in die Hölle verdammen.
Aber mit jeder lässlichen Sünde, die man begeht, verlängert
sich der Aufenthalt in den reinigenden Flammen eines Ortes, der "Fegefeuer"
genannt wird. (Die Bibel kennt kein "Fegefeuer".)
Es gibt übrigens keine Übereinstimmung darüber, wo die
Grenze zwischen Todsünden und lässlichen Sünden liegt.
Was der eine Priester noch als lässlich hingehen lässt, kann
bei dem anderen schon als Todsünde gelten. Es gibt allerdings auch
Todsünden, die genau festgelegt sind: willentliche Übertretung
eines der zehn Gebote, praktisch alle sexuellen Vergehen (in Gedanken,
Worten oder Taten) und eine lange Liste weiterer Übertretungen, die
sich aber im Laufe der Jahrhunderte immer wieder geändert hat.
So galt es zum Beispiel bis zum II. Vatikanischen Konzil (1962 1965) als
Todsünde, eine protestantische Kirche zu besuchen, eine protestantische
Bibel zu besitzen oder zu lesen und am Freitag Fleisch zu essen. Lässliche
Sünden betreffen Dinge wie schlechte Gedanken, falsche Beweggründe,
Unbeherrschtheit etc., also Dinge, die nicht unbedingt zu Tatsünden
führen, aber trotzdem Sünde sind und auf irgendeine Weise beseitigt
werden müssen.
In der Bibel gibt es keinen Unterschied zwischen Todsünden und lässlichen
Sünden. Die Bibel stellt deutlich fest, dass jede Sünde, die
nicht vergeben wird, zum Tod führt: "Der Lohn der Sünde
ist der Tod" (Römer 6,23). In Hesekiel 18,4 steht: "Wer
sündigt, der soll sterben." Jakobus schreibt in Kapitel 2, Vers
10: "Wer das ganze Gesetz hält, aber in einem einzigen Punkt
schuldig wird, der ist in allen Punkten schuldig geworden." Er meint
damit nicht, dass ein Mensch, der eine bestimmte Sünde begangen hat,
auch aller anderen Sünden schuldig geworden sei, sondern dass die
kleinste unvergebene Sünde ausreicht, diesen Menschen vom Himmel
auszuschließen und ins ewige Verderben zu bringen. Das ist wie bei
einem Bergsteiger, den schon ein einziger falscher Tritt in die Tiefe
stürzen lässt.
Wir wissen, wie schnell die menschliche Natur mit Entschuldigungen bei
der Hand ist, wenn es um Sünde geht. Eine Einteilung in lässliche
Sünden und Todsünden fördert den Gedanken, dass bestimmte
Sünden nicht schlimm seien. Man kann sie sich leisten, ohne dass
es allzu viel kostet.
Kompliziert wird es bei der Frage, wie man nach katholischem Verständnis
seine Todsünden und seine lässlichen Sünden loswerden kann.
Dort gibt es zwei Arten von Strafe für Todsünde: ewige Strafe
(in der Hölle) und zeitliche Strafe (im Fegefeuer). Die ewige Strafe
wird entweder durch die Taufe oder durch die Beichte vor einem Priester
erlassen.
Nach römisch katholischer Lehre ist die Beichte ein mündliches
Bekenntnis der Sünden vor einem "Priester, der die Vollmacht
hat, loszusprechen ..." der entscheidende Begriff ist hier "Vollmacht".
Damit eine Beichte rechtmäßig ist, muss sie von einem hierzu
befugten Priester gehört und beurteilt werden. Dieser legt dann Bußstrafen
fest: gute Werke, Fasten, Gebete, Almosen usw. Eine solche Bußstrafe
kann definiert werden als eine Strafe, der man sich zum Zeichen der Reue
für seine Sünden auf Anweisung des Priesters unterzieht.
Der Priester hat zu bedenken, dass er beim Hören der Beichte Richter
ist. In einer Anweisung für Nichtkatholiken heißt es: "Ein
Priester muss nicht Gott bitten, deine Sünden zu vergeben. Der Priester
hat selbst die Macht, dies im Namen Christi zu tun. Deine Sünden
werden durch den Priester genauso vergeben, als ob du vor Jesus Christus
knien und sie Ihm selbst bekennen würdest."
Der Priester vergibt die Schuld der Todsünden, was den Beichtenden
vor der Hölle bewahrt, aber er kann ihm nicht die Strafe für
die Sünden erlassen. Deshalb muss der Beichtende für sie büßen,
indem er gute Werke verrichtet, die der Priester vorschreibt. Der Beichtende
darf (und wird gewöhnlich) durch den Priester befragt, damit er eine
wirklich vollständige Beichte ablegt. Dabei wird nachdrücklich
betont, dass jede nach sorgfältiger Selbsterforschung erkannte Todsünde
nicht vergeben ist, wenn sie nicht gebeichtet wurde, ja, dass das Verschweigen
auch nur einer (Tod-)Sünde die ganze Beichte hinfällig machen
kann. Von jedem treuen Katholiken wird gefordert, wenigstens einmal im
Jahr zur Beichte zu gehen. Und selbst wenn der Beichtende Vergebung erhalten
hat, bleibt noch ein großes, aber unbekanntes Maß an Strafe
bestehen, das er im Fegefeuer erleiden muß. Die Lehre von Fegefeuer
beruht auf der Annahme, dass Gott zwar die Sünden vergibt, dass Seine
Gerechtigkeit aber trotzdem verlangt, dass der Sünder die volle Strafe
für seine Sünden erleiden muß, bevor er in den in den
Himmel kommen darf.
Lässliche Sünden müssten eigentlich nicht gebeichtet werden,
da sie verhältnismäßig leicht sind und durch gute Werke,
Gebete, die Letzte Ölung u. ä. getilgt werden können. Aber
die Begriffe sind ziemlich dehnbar und gewähren dem Priester einen
beträchtlichen Spielraum. So wird allgemein empfohlen, vorsichtshalber
auch die Sünden zu beichten, von denen man annimmt dass sie lässlich
seien. Denn allein der Priester ist in der Lage, genau zu entscheiden,
was lässliche und was Todsünde ist. Wenn seit der letzten Beichte
keine Todsünde begangen wurde, sollten lässliche Sünden
gebeichtet werden oder Sünden, die schon in einer früheren Beichte
bekannt wurden und über die man erneut betrübt ist, damit der
Priester die Absolution erteilen kann.
In der Bibel suchen wir vergeblich nach einem Wort, das die Lehre von
der "Ohrenbeichte" stützen würde. Ebenso unmöglich
ist es, in den ersten 1000 Jahren christlicher Zeitrechnung eine entsprechende
Befugnis der Priester oder eine allgemeine Ausübung der Ohrenbeichte
zu finden. Auch in den Schriften der frühen Kirchenväter deutet
kein Wort darauf hin, dass man seine Sünden einem Priester oder einer
anderen Person außer Gott bekennen sollte. Die Ohrenbeichte wird
in den Schriften von Augustin, Origenes, Nestorius, Tertullian, Hieronymus,
Chrysostomos oder Athanasius nicht ein einziges Mal erwähnt. Diese
und viele andere konnten anscheinend leben und sterben, ohne auch nur
daran zu denken, einmal zur Beichte zu gehen. Nur Gott allein wurde als
würdig angesehen, Schuldbekenntnisse zu hören und Sünden
zu vergeben.
Die Beichte wurde im fünften Jahrhundert durch Leo den Großen
eingeführt und war zunächst freiwillig. Erst durch das Vierte
Laterankonzil von 1215 unter Papst Innozenz III. wurde die private Ohrenbeichte
für alle zur Pflicht. Seitdem ist jeder römisch-katholische
Gläubige "nach Erreichen des Unterscheidungsalters verpflichtet,
seine schweren Sünden wenigstens einmal im Jahr aufrichtig zu bekennen"
und sich die Absolution durch einen Priester erteilen zu lassen.
Durch das Bußsakrament werden nach der Taufe begangene Sünden
vergeben. Dabei darf die Lossprechung nur durch einen Priester geschehen.
Ein Katechismus erklärt: "Der Priester legt mir eine Buße
auf, um mir zu helfen, die zeitlichen Strafen zu verringern, die ich für
meine Sünden erleiden muss. Die Buße, die mir der Priester
auferlegt, erwirkt nicht immer volle Genugtuung für meine Sünden.
Ich sollte deshalb noch weitere Bußwerke verrichten ... und versuchen,
Ablass zu erhalten." (Ablass ist ein Erlass von Tagen, Monaten oder
Jahren der Strafzeit im Fegefeuer, der für bestimmte Gegenleistungen
gewährt wird.) In einer Anweisung für Nichtkatholiken lesen
wir: "Nach der Beichte bleibt im Allgemeinen ein Teil der zeitlichen
Strafen bestehen. Du solltest daher weitere Werke der Buße tun,
um diese Strafen auszugleichen und einen langen Aufenthalt im Fegefeuer
zu vermeiden."
Hier handelt es sich in der Tat um Erlösung durch Werke. Denn Buße
ist, wie der Katechismus lehrt, das Bekennen der Sünden vor einem
Priester und das Ausüben guter Werke als einzige Möglichkeit,
Vergebung der Sünden zu erhalten, die man nach der Taufe begangen
hat. Die römisch katholische Kirche fordert daher Bußwerke,
bevor sie Sündenvergebung gewährt. Das bedeutet aber, dass das
Opfer Jesu Christi nicht ausreichte, um Sünde völlig zu sühnen,
sondern dass es durch gute Werke in gewissem Maß vervollständigt
werden müsste.
Aber Gott fordert keine Bußwerke, sondern Bekehrung, was nichts
anderes als Umkehr und Abkehr von der Sünde bedeutet. "Der Gottlose
verlasse seinen Weg und der Übeltäter seine Pläne. Er kehre
um zum HERRN, dass Er sich seiner erbarme, und zu unserem Gott, denn Er
vergibt viel" (Jesaja 55,7).
Die römisch katholische Kirche geht zu leichtfertig mit der Sünde
um. Der reuige Sünder erhält Vergebung zu verhältnismäßig
einfachen Bedingungen. Er muss gewisse Auflagen erfüllen, die normalerweise
nicht besonders schwer sind. Meistens muss er nur eine bestimmte Anzahl
"Ave Maria" beten. Die Folge davon ist, dass er keine Bedenken
hat, auf bösem Weg fortzufahren. Martin Luther war bestürzt,
als er das griechische Neue Testament las und feststellte, dass der Aufruf
Jesu: "Tut Buße!" wörtlich bedeutet: "Kehrt
(in eurer Gesinnung) um!", und nicht: "Tut Bußwerke!"
Bußwerke sind etwas völlig anderes als die Bekehrung, von der
das Neue Testament spricht. Bußwerke sind ein äußerlicher
Akt, Bekehrung beginnt im Herzen. Bußwerke werden von einem Menschen
auferlegt, die Bekehrung ist ein Werk des Heiligen Geistes. Gott will
nicht, dass der Sünder sich selbst für seine Sünden bestraft,
sondern dass in seinem Herzen eine Veränderung geschieht, dass er
sich wirklich von der Sünde abkehrt, um ein neues Leben im Gehorsam
gegenüber Gott und Seinen Geboten zu führen.
Buße (nach römisch katholischem Verständnis) ist etwas
anderes als echte Umkehr. Buße ist ein äußerliches Werk
des Menschen; wahre Umkehr ist das Werk Gottes im Herzen des Sünders.
Das Wort Gottes fordert: "Zerreißt eure Herzen und nicht eure
Kleider" (Joel 2,13). Werke der Buße sind ein "Zerreißen
der Kleider", eine äußere Form ohne innere Wirklichkeit.
Auch die römisch katholische Kirche lehrt, dass Christus für
unsere Sünden starb. Aber sie fügt hinzu, dass Sein Opfer allein
nicht ausreicht, sondern dass unsere Opfer hinzugefügt werden müssen,
um es wirksam werden zu lassen. So haben viele versucht, ihre Erlösung
durch Fasten, Messen, Selbstgeißelung und gute Werke aller Art zu
verdienen. Aber alle, die es auf diese Weise versuchen, müssen feststellen,
dass es unmöglich ist, genug zu tun, um die Erlösung zu verdienen.
Der Theologe Dr. C. D. Cole sagt: "Der römische Katholizismus
ist ein kompliziertes System der Errettung durch Werke. Er bietet Erlösung
gegen Abzahlung an, sieht aber zu, dass der arme Sünder mit seinen
Zahlungen nie nachkommt. So lastet bei seinem Tod noch eine große,
unbezahlte Schuld auf ihm, die noch abgetragen werden muss durch sein
Leiden im Fegefeuer und die Gebete, Almosen und Opfer seiner noch lebenden
Verwandten und Freunde. Das ganze System fordert Verdienst und Geld von
der Wiege bis zum Grab und noch darüber hinaus."
Selbstverständlich gefallen Gott gute Werke, und sie nehmen einen
wichtigen und notwendigen Platz im Leben des Christen ein. Sie sind eine
natürliche Folge des echten Glaubens und entstehen aus Liebe und
Dankbarkeit gegenüber Gott für Sein wunderbares Geschenk der
Erlösung. Mit anderen Worten: Gute Werke sind nicht die Ursache und
die Grundlage unserer Errettung, sondern sie sind die Folge und das Zeichen
einer wirklichen Errettung "nicht aufgrund von gerechten Werken,
die wir getan haben, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch das Bad
der Wiedergeburt und der Erneuerung im Heligen Geist" (Titus 3,5).
Der wiedergeborene Christ bringt auf diese Weise gute Werke hervor, wie
der Weinstock Weintrauben. Sie gehören zu seiner Natur. Er tut sie
nicht, um gerettet zu werden, sondern weil er gerettet ist.
Gnade, eben weil sie Gnade ist, wird nicht aufgrund vorausgegangener Verdienste
erwiesen. Selbst unter Aufbietung aller Phantasie können die guten
Werke eines Menschen in diesem Leben in keiner Weise als angemessener
Gegenwert für die Segnungen des ewigen Lebens angesehen werden. Weil
der Mensch aber stolz ist, will er seine Errettung selbst verdienen. Doch
Paulus legt die Axt an eine solche Argumentation, wenn er sagt: "Denn
nur wenn ein Gesetz gegeben worden wäre, das Leben spenden könnte,
würde die Gerechtigkeit tatsächlich aus dem Gesetz kommen"
(Galater 3,21). Immer wieder betont Gott in Seinem Wort, dass Errettung
aus Gnade geschieht. Denn Er weiß, wie schwer es dem Menschen fällt,
die Tatsache zu akzeptieren, dass er selbst nicht in der Lage ist, seine
Errettung zu verdienen.
Das Konzil von Trient erklärte in seiner Ablehnung der reformatorischen
Lehre von der Rechtfertigung durch den Glauben und seiner Verteidigung
der katholischen Bußlehre: "Wer auch immer behauptet, dass
der Mensch allein durch die Zurechnung der Gerechtigkeit Christi gerechtfertigt
werde
, der sei verflucht."
Die Lehren der modernen katholischen Kirche stimmen damit völlig
überein: "Viele Dinge sind zum Heil notwendig. Alle diese Dinge
wirken zusammen: Glaube, Taufe, Eucharistie, gute Werke und anderes mehr.
Wiedergutmachung ist eine Sache, das Heil ist eine andere. Auf der Seite
Christi ist alles getan, auf unserer Seite aber bleibt noch, viel zu tun."
Und in einer 1967 veröffentlichten Broschüre mit dem Untertitel
"Auch wir müssen sühnen!" ist Folgendes zu lesen:
"Auch wenn die Genugtuung Christi vollständig und allumfassend
war, sind doch alle erwachsenen Christen verpflichtet, das Leiden ihres
Meisters nachzuahmen und eine persönliche Genugtuung für ihre
Sünden durch gute Werke zu erwirken." Aber der Apostel Paulus
schreibt in seinem Meisterstück über die Rechtfertigung durch
den Glauben: "Um wie viel mehr werden wir, da wir jetzt durch sein
Blut gerechtfertigt worden sind, durch ihn vor dem Zorn gerettet werden"
(Römer 5,9).
"Abraham glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet.
Wer aber Werke tut, dem wird der Lohn nicht aus Gnade angerechnet, sondern
nach Schuldigkeit ausgezahlt. Wer aber keine Werke tut, sondern nur an
den glaubt, der den Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube zur
Gerechtigkeit angerechnet" (Römer 4,3 5).
Als Folge der römisch katholischen Bußlehre (sowie der Lehre
über das Fegefeuer und den Ablass) kann ein Katholik trotz Taufe
und Firmung niemals die Gewissheit der Errettung und das Gefühl geistlicher
Geborgenheit haben, die für den erlösten Gläubigen ein
so großes Geschenk sind. Entsprechend seiner geistlichen Sensibilität
ist demjenigen, der an einer Religion der Werke festhält, bewusst,
dass er noch nicht so viel abgebüßt hat, wie seine Sünden
verlangen, und dass er nie genug tun kann, um der Erlösung würdig
zu sein.
Einem sterbenden Katholiken, der alles getan hat, was er konnte, und der
die Letzte Ölung empfangen hat, wird gesagt, dass er trotz allem
nun ins Fegefeuer muss. Dort wird er furchtbare Qualen erleiden, von denen
er nicht weiß, wie lange sie dauern. Er hat nur die Zusicherung,
dass seine Leiden etwas verkürzt werden, wenn seine Verwandten für
seine Seele beten und großzügig genug sind, für ihn Kerzen
anzuzünden und Messen lesen zu lassen.
Wie anders stirbt doch der wahrhaft Gläubige, der die Gewissheit
hat, nach seinem Tod in der Gegenwart Christi zu sein (Philipper 1,23)!
Welch eine Wohltat ist der unverfälschte Glaube für einen Christen,
nicht nur im Leben, sondern auch im Sterben! Das Konzil von Trient verfluchte
sogar jeden, der zu sagen wagt, er habe Heilsgewissheit oder behauptet,
die gesamte Strafe für die Sünde werde zusammen mit der Sünde
erlassen. Eine solche Gewissheit sei Verblendung und das Ergebnis sündhaften
Stolzes.
Die römisch katholische Kirche hält ihre Mitglieder in ständiger
Furcht und Ungewissheit. Auch im Sterben - nach der Letzten Ölung
und nachdem Tausende von Rosenkränzen gebetet worden sind, "damit
die Seele Ruhe findet" - kann der Priester doch keine Heilsgewissheit
vermitteln. Der Mensch ist niemals "gut genug", sondern muss
zuerst im Gefängnis des Fegefeuers schmachten, bevor er in die "himmlische
Stadt" eingelassen wird. Niemand kann wirklich glücklich sein
oder echten Frieden haben. In geistlichen Angelegenheiten bleibt ein Zustand
des Zweifelns und der Unsicherheit während des ganzen Lebens bestehen,
bis ins Grab hinein.
Gott aber möchte, dass wir gerettet sind, und der Heilige Geist -
so sagt es die Bibel - wird uns die Gewissheit der Errettung geben, wenn
wir eine echte, persönliche Beziehung zu Jesus Christus, dem Sohn
Gottes haben (1. Johannes 5,9 12). Im römischen Katholizismus aber
muss man hart für sein Heil arbeiten und es teuer bezahlen, und nachdem
man alle Auflagen des Priesters erfüllt hat, weiß man noch
immer nicht, ob man es erreicht hat oder nicht. Und zudem trifft nach
wie vor der Fluch des Konzils von Trient jeden, der behauptet, Heilsgewissheit
zu haben. Deshalb gibt es keinen Katholiken, der mit den Lehren seiner
Kirche übereinstimmt und sich gleichzeitig über eine wirkliche
Gewissheit des ewigen Lebens freuen kann.
Jahrhundertelang hat das römisch katholische System Millionen von
Menschen in Angst und religiöser Unfreiheit gefangen gehalten. Aber
das muss nicht so bleiben! Jesus Christus bietet uns inneren Frieden und
echte Freiheit an. Er hat unsere Strafe stellvertretend auf sich genommen.
"Er wurde durchbohrt um unserer Übertretung willen, zerschlagen
wegen unserer Missetat. Die Strafe liegt auf ihm, damit wir Frieden haben,
und durch seine Wunden sind wir geheilt" (Jesaja 53,5).
Das Einzige, was der Höchste von uns fordert, ist Änderung unserer
Lebensrichtung und Glaube. Sonst nichts! Er verlangt keine Bußwerke.
Wenn wir im Gebet unsere Sünden bekennen, dürfen wir glauben,
dass Er uns die Sünden vergibt. "Wenn wir unsere Sünden
bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt
und uns von jeder Ungerechtigkeit reinigt" (1. Johannes 1,9). Die
Strafe für unsere Sünden hat der Sohn Gottes bereits am Kreuz
getragen.
Wer an den Herrn Jesus glaubt, wer sich im Gebet Ihm anvertraut, wer Ihn
zur Mitte seines Lebens macht, der hat das ewige Leben (Johannes 3,16).
"Das habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges
Leben habt, die ihr an den Namen des Sohnes Gottes glaubt" (1. Johannes
5,13). Wer sich Christus anvertraut, wird ein Kind Gottes (Johannes 1,12),
ja, ein ganz neuer Mensch (2. Korinther 5,17). Er wird hinfort kein Sklave
der Sünde und kein Gefangener einer Werke Religion mehr sein. "Wen
der Sohn Gottes frei macht, der ist wirklich frei" (Johannes 8,36).
Wenn Sie sich nach Befreiung, Erlösung und Heilsgewissheit sehnen,
reden Sie doch im Gebet mit Jesus Christus. Er hört Sie. Bekennen
Sie Ihm Ihre Sünden. Danken Sie Ihm für Seine Vergebung. Und
dann sagen Sie Ihm, dass Er Ihr HERR, die bestimmende Mitte Ihres Lebens,
sein soll. Glauben Sie Seinen Zusagen!
Wenn Sie weitere Fragen haben, dürfen Sie sich gerne an uns wenden.
Wir senden Ihnen auch weitere Literatur zu. Vor allem empfehlen wir Ihnen,
die Bibel zu lesen - besonders das Johannesevangelium.
K. Green / leicht überarbeitet von Wilfried Plock
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